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Zweitens erkennt das bestehende EG-Recht das Muster der Vertragsbildung durch Angebot und Annahme an (auch wenn die Einzelheiten dieses Mechanismus nicht genau im Besitzstand zu sehen sind). Zu den Voraussetzungen für das Bestehen eines Vertrags gehören die Willensbekundungen der Parteien und die für den Abschluss von Verträgen geltenden Regeln. Bei einem Kaufvertrag gilt das Recht des Staates, in dem der Verkäufer seinen gewöhnlichen Aufenthalt hat. Ist der Vertrag ausgelaufen, so ist er möglicherweise abgelaufen (z. B. an einem vorgegebenen Datum) oder wurde gekündigt (z. B. von einer oder beiden Parteien nach den in der Vereinbarung festgelegten Kriterien). Nach Art.

10 Abs. 1 der Rom-I-Verordnung (593/2008) gilt das Für die Feststellung, ob zwischen den Parteien ein Vertrag besteht, das, was den Vertrag regelt. Die Kollisionsnormen der Art. 4 bis 8 der Rom-I-Verordnung legen fest: Nach Art. 14 der Rom-II-Verordnung können die Vertragsparteien auch das auf culpa unter Contrahendo anzuwendende Recht wählen. Weitere Folgen von Vertragsverhandlungen (abgesehen vom Vertragsabschluss) sind die Kompensatorische Haftung wegen der Schuld an der Verletzungsgrundlage (d. h. Verschulden beim Vertragsabschluss). Culpae in contrahendo ist je nach Gerichtsbarkeit unterschiedlich geregelt, entweder als Haftung im Vertrag oder in unerlaubter Handlung.

Nach der Rom-II-Verordnung ist es von wesentlicher Bedeutung, dass culpa in contrahendo ein autonomer Begriff ist, der nicht unbedingt in der vom nationalen Recht angenommenen Weise ausgelegt werden sollte. Sie sollte eine Verletzung der Geheimhaltungspflicht und die Abtrennung von Vertragsverhandlungen umfassen. Fragen der Haftung für einen Fehler beim Vertragsabschluss sind vom Anwendungsbereich der Rom-I-Verordnung ausgenommen. Nach Art. 1 Abs. 2 Buchstabe i sind Verpflichtungen, die sich aus Verhandlungen vor Vertragsabschluss ergeben, vom Anwendungsbereich der Verordnung ausgenommen. Diese Fragen unterliegen vielmehr Art. 12 der Rom-II-Verordnung (864/2007), wonach das auf außervertragliche Verpflichtungen anwendbare Recht, das vor Vertragsabschluss – unabhängig davon, ob er abgeschlossen wurde – ergebe, auf den Vertrag oder auf das Recht anwendbar sei, das bei Vertragsabschluss anwendbar gewesen wäre.